Nochmals etwas zum Lernen. Lernen bedeutet für mich in erster Linie sich bilden. Sich bilden meint 1. sich "ausbilden" als Mensch - siehe dazu Ansichten I - und 2. die Basis seines
Intellekts zu erweitern. Das bedeutet für mich eine bewusste Wissens-Aufnahme, die über die bürgerliche (Schul-)Bildung, bei der es primär um Wissens-Anhäufung geht, hinausreicht. (An dieser
Stelle sei an die G8-Disskussion erinnert!). Eine persönliche "Horizont-Erweiterung" und ein bewusste Wissens-Aufnahme sollte im Idealfall parallel verlaufen, quasi - unbewusst - von
allein. Was aber leider in den meisten Fällen nicht zutrifft. Zwar führt eine bürgerliche Bildung zu einem umfassenderen Allgemeinwissen und damit über Kenntnisse von Fakten, Zahlen etc., Es
bedeutet aber allerdings nicht automatisch, dass man dieses Wissen und die Informationen über Zusammenhänge in der Außenwelt in seinem inneren Kosmos wirken lässt, so dass diese zur
Bewusstseinserweiterungs- des eigen Ichs führen. Allerdings scheint mir der oben erwähnte Mensch eher die Gabe der Toleranz zu besitzen als ein Unwissender. Aber auch das ist nicht immer
garantiert! Im Idealfall besitzt der aufgeschlossene Bildungsbürger die Fähigkeit auf Neues, Fremdes und Unbekanntes vorurteilsfreier zu regieren, als ein einfacher Zeitgenosse,
der es nicht gelernt hat über seinen eigenen Tellerrand zu schauen und für dem Reflektion im wahrsten Sinne des Wortes ein Fremdwort ist. Diese Menschen sind beispielsweise von politisch rechten
und linken Verführern, die Schwarz-Weiß Ideologien offerieren, sehr leicht zu manipulieren. Deshalb ist der jüngste Aufruf der Bundeskanzlerin Merkel zu einer Bildungsoffensive in diesem unserem
Land unbedingt zu begrüßen. Und das nicht nur aus ökonomischen Gründen, damit die Bundesrepublik in der globalisierten Welt nicht den Anschluss verliert, sondern zum Wohle jedes Einzelnen und
damit zum Wohle unserer Demokratie, die, soll sie optimal funktionieren, viele gut ausgebildete aber auch aufgeklärte und selbstverantwortliche Köpfe benötig. Und vielleicht führt die oben
angesprochene Bildungsoffensiver auch dazu, dass einige Menschen, durch diese „schulische Bewusstseinserweiterung“ so möchte ich sie einmal nennen - nicht nur für Informationen
von Außen offen sind, sondern auch für Signale aus ihrem Inneren sensilibisiert werden und sie für sich und die Allgemeinheit positiv nutzbar machen. Denn nur wer sein wahres Ich kennt, kann sich
wirklich positiv in unsere Gesellschaft bzw. in die Welt einbringen, weil er all seine Ressourcen zum seinem und - selbstverständlich - zum Wohle der Allgemeinheit
nutzt.
Anmerkung: Wer aus diesen Zeilen den unverbesserlichen humanistischen Optimisten heraushört, kann ich nur Recht geben.
Gruß
Mätthius